Was ist Thermographie?

Informationsblatt Thermographie

Was ist Thermographie?

Thermographische Übersichtsaufnahme von der Seite

Der Begriff „Thermographie“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich übersetzt „Wärmezeichnung“. Es handelt sich bei der Thermographie um ein bildgebendes Verfahren, das im Reitsport unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten findet.

Die Basis des Verfahrens sind Infrarotstrahlen. Jedes Objekt mit einer Temperatur oberhalb des absoluten Nullpunktes sendet infrarote Strahlung aus. Diese Infrarotstrahlung kann vom menschlichen Auge nicht wahrgenommen aber von speziellen Kameras gemessen und in ein Wärmebild übersetzt werden. Im Gegensatz zum Röntgen, Ultraschall und MRT kann die Thermographie keine anatomischen Strukturen (Sehnen, Knochen, …) innerhalb des Körpers darstellen. Sie kann auch keine Aussage über mögliche Erkrankungen

Huflederhautentzündung des rechten Vorderhufes innerer Organe machen. Stattdessen macht sie Abweichungen und Veränderungen in der Temperatur, die von der Körperoberfläche abgestrahlt wird, sichtbar. Temperaturveränderungen entstehen, wenn sich Stoffwechselvorgänge verändern. Seit vielen Jahren ist bekannt, dass die Veränderung der Körpertemperatur ein wichtiger Anhaltspunkt für eine Erkrankung ist. Bei Entzündungen entsteht Hitze – und genau die kann von Wärmebildkameras aufgespürt werden.

Gerade bei (unklaren) Lahmheiten leistet die Thermographie wertvolle Hilfestellung. Pferde versuchen aufgrund ihrer evolutionären Geschichte als Fluchttiere so lange wie möglich Schmerzen zu verbergen, um nicht als leichte Beute wahrgenommen zu werden. Deshalb werden Verletzungen kompensiert, indem zum Beispiel andere Strukturen stärker belastet werden. Die Ursache einer Lahmheit kann somit ganz woanders liegen, als dort, wo sie ins Auge fällt.

Thermographische Aufnahme der Vorhand mit auffälligem Wärmemuster des linken KarpalgelenksEine Thermographie ersetzt kein Röntgen, Ultraschall oder andere diagnostische Methoden aber sie kann durch das Aufspüren von auffälligen Wärmemustern helfen, den betroffenen Bereich einzugrenzen. Die gemessene Temperatur auf der Körperoberfläche sollte symmetrisch sein – Veränderungen dieser Muster deuten somit auf Probleme hin.

 

Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind die Prophylaxe, die Kontrolle eines Heilungs- und Therapieverlaufs und die Überprüfung der Passgenauigkeit eines Sattels.